Saisonstart; Kirschblütenfahrt im Baselbiet  24. April 2010

Wie beim Kochen musste ich die verschiedensten Zutaten vorbereiten und im Anschluss gut
mixen, damit das Ziel einer unvergesslichen Frühlingsausfahrt möglich wurde.
Die notwendigen Zutaten, für diesen Frühlingsausflug:
Die Idee: Vor vielen Jahren fuhr ich, wenn auch zufällig, aber zum rechten Zeitpunkt durch
das Baselbiet. Die Eindrücke der Kirschblütenpracht waren so einmalig und unvergesslich,
dass ich sie im letzten Winter wieder abrufen konnte und wusste, das wird unsere erste
Fahrt im 2010.

Der richtige Zeitpunkt: Das „Naturwunder“ Kirschblütenzeit richtet sich nicht nach unserem
Klubkalender, deshalb entstand kurzerhand eine zusätzliche Ausfahrt in unserem Jahresprogramm.
Fremde Hilfe anfordern: Wie will ich als Emmentaler den richtigen Termin für die Ausfahrt
bestimmen? Ganz einfach, ich nehme das Telefonbuch zur Hand, rufe einen Landwirt in der
Zielregion an, bitte ihn um Hilfe. Dank dem Wissen von Landwirt Peter Degen aus
Lampenberg war auch dieses Problem gelöst.

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Akquise vor Ort: Hierzu nutzte ich die Hilfe meines Freundes, Christian Mundschin aus
Lampenberg. er übt den Beruf des Ballonfahrers aus. Wer könnte mir bei der Routen- und
Lokalauswahl für das Mittagessen wohl besser behilflich sein?
Die Zutaten für den fast perfekten Ausflug waren gerichtet, jetzt musste nur noch das Wetter
passen. Und wie es passte, der 24. April 2010 zeigte sich als perfekter Frühlingstag, blauer
Himmel und das Thermometer stieg bis auf 20 Grad

Pünktlich um 9.00 Uhr starteten wir nach dem Begrüssungskaffe auf der Terrasse des
Restaurant Rössli in Richigen . An meinem Hinterrad reiten sich 20 Motorräder ein. Ich
schaute ständig in den Rückspiegel, denn dieses grosse Teilnehmerfeld liessen mein Herz
frohlocken. Ich führte unsere Gruppe durch das Bigenthal nach Burgdorf, weiter nach
Wynigen und kurz danach schwenkten wir in Nordwestlicher Richtung ab und fuhren direkt
auf unser Ziel Balsthal zu. Nach 60 km erreichten wir das Restaurant Bad Klus in Klus. Das
Lokal war nicht zufällig ausgewählt, denn vis à vis steht noch die Tankstelle der Landi. So
konnten die Mitfahrer nicht nur Kaffe und Gipfeli geniessen, sondern auch den Durst nach
Benzin befriedigen.

Es waren meine Mitfahrer, welche nach dem Kaffe auf die Weiterfahrt drängten, als ahnten
Sie, was uns noch bevor stand. Als Einstieg ins Baselbiet habe ich die Passwang
ausgewählt. Die Strasse gehörte an diesem Morgen fast uns alleine, wir genossen die
ersten Kurven zur Passhöhe hinauf. Auf der Talfahrt kommen einige sehr schöne Kurven mit
guter Übersicht. Auf diesem Streckenteil bedauerte ich für einmal, dass ich nicht der letzte im
Felde war, denn der hatte den perfekten Überblick über unser doch stattliches
Teilnehmerfeld.

Wir blieben auf der Hauptstrasse, bogen erst in Büsserach rechts ab, nach Fehren,
Nunningen, Bretzwil und machten in Reigoldswil den ersten Sammelhalt. Für mich war es ein
gelungener Halt, denn meine Begleiter kamen fast nicht aus den Schwärmereien heraus. So
wohl die Blütenpracht wie auch die Landschaft beeindruckte doch sehr. Interessantes war
auch über den doch anderen Baustil zu hören, uns fehlten die in unserem Kanton üblichen
grossen Vordächer auf den Häusern.

„Wenn die wüssten was ihnen noch bevorsteht“, so dachte ich mir und führte unsere Reise
fort, auf kleinen Verbindungsstrassen nach Arboldswil, Lampenberg, Niederdorf und Bannwil
nach Eptingen. In Worten lässt sich die einmalige Blütenpracht kaum beschreiben, man
muss es selber gesehen haben. Unsere Route verlief abwechselnd, Berg auf Berg ab. Durch
diese Gegebenheit konnten wir auch die unterschiedlichen Vegetationsschritte sehr gut
verfolgen. Während die Blust auf den Hügeln erst zu blühen begann, so war diese in tieferen
Lagen schon in Vollblust. Egal wo der Blick hinführte, der Frühling strahlte uns mit seiner
weissen Pracht überall entgegen.

Die vielen Sehenswürdigkeiten wirkten sich auf den Fahrstill meiner Begleiter aus. Das Feld
zog sich ungewohnt in die Länge, was mir verdeutlichte, dass an diesem Tag die Landschaft
und der Ausblick vor der perfekten Kurventechnik gewertet wurde.

Nach 140 Fahrkilometern erreichten wir das Kurhaus Bad Ramsach in Läufelfingen. Ein
perfekter Ort, um sich zu verpflegen und die Aussicht zu geniessen. Mit der Wirtin, Vreni
Kälin wurde vereinbart, die Menübestellungen schon beim Kaffeehalt telefonisch
durchzugeben . Und siehe da, es klappte perfekt, wir erhielten unsere Teller schon nach 15
Minuten auf der Terrasse serviert. Ein lobenswerter Service, das Kurhaus Bad Ramsach
empfehle ich wärmstens weiter.

Nach dem Essen im Bad Ramsach führte ich meinen „Anhang“ auf Nebenstrassen via
Zeglingen, Oltingen, Ankwil auf die Hauptstrasse zur Salhöhe. Den meisten von uns Bernern
ist die Salhöhe, welche direkt nach Aarau führt, nur vom Namen her bekannt. Um so schöner
war es, ihnen diese für Motorradfahrer ideale Strecke mal vorzufahren.
Von der Stadt Aarau selber kriegten wir nicht all zu viel zu sehen, denn mein Weg führte auf
möglichst direktem Weg nach Schöftland.

Ab Schöftland genossen wir den krönenden Abschluss der Reise. Wir fuhren Kreuz und
Quer durch den Oberaargau mit Ziel Zell im Kanton Luzern. Die von uns befahrenen
Höhenzüge verdeutlichten wieder einmal, wie schön doch die Schweiz ist. Mit der
Routenwahl konnte ich den grossen Verkehr umgehen, wir erlebten sowohl fahrerisch wie
aussichtsmässig eine wunderbare, für uns eher unbekannte Region.
Theoretisch könnte man von Zell aus nur noch durch das Entlebuch … aber sicher nicht,
wenn ich als Vorfahrer tätig bin. Ich führte meine Teilnehmer bis nach Hüswil, wo wir links
auf die perfekt ausgebaute Strasse in das Lutherntal fuhren. In Hofstatt folgten wir dem
Verkehrsschild Eriswil/Ahorn und bauten noch eine Zusatzschlaufe ein, welche uns nach
Eriswil ,weiter über die Fritzenfluh nach Sumiswald brachte. Ab hier fühlte ich mich wieder
total in meiner Heimat und führte meine Gäste noch via Lützelflüh, Obergoldbach, Biglen
quer durch das Emmental.

Um 16.45 Uhr waren wir nach 250 km wieder am Ausgangspunkt angelangt, in der
Gartenwirtschaft des Restaurants Rössli in Richigen. Meine Gäste waren voll des Lobes und
verdeutlichten mir, dass mein Rezept für eine diese Ausfahrt gelungen ist.
Meine Freude war grenzenlos, dass wir alle glücklich, zufrieden und vor allem Unfallfrei
wieder am Ziel waren

Die Eindrücke der Kirschblütenfahrt werden nicht nur mir, sondern auch meinen Gästen –
welchen ich an dieser Stelle für die Teilnahme danken möchte – sicher noch lange in sehr
guter Erinnerung bleiben!

Rolf Lehmann

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