2-Tagesfahrt „Lago Maggiore“ 25. & 26. August 2012

 

Endlich ist er da, der Tag der Abfahrt!

Für den Tourguide ist die Vorbereitungszeit eine echte Herausforderung. Für unsere Reise um den Lago Maggiore suchte ich; ein geeignetes Hotel zur Übernachtung, zwei Lokale für die Kaffeehalte wie auch zwei Restaurants für die Mittagshalte. Bei dieser Reise kamen noch zusätzlich die Abklärungen mit dem Fährbetreiber über den Lago Maggiore hinzu. Wie es sich gehört, fuhr ich die Reise im Vorfeld auch einmal ab, um genau zu wissen, was wann und wo abgehen wird.

 

Die grösste Entlöhnung für mich ist der Moment, wenn die Reise endlich losgehen kann und ich mit sagenhaften 26 Motorrädern und 37 Personen abfahren darf. Und genau die Anzahl der Teilnehmer bringt es mit sich, dass die Vorbereitungen immer perfekt abgestimmt sein müssen.

 

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Ein sehr grosses Thema in den Vortagen war die Wettervorhersage. Wie sollte es anders sein, dass vor dem Wochenende noch intensive Hoch verzog sich auf das Wochenende hin. Die Wetterprognosen versprachen uns – zumindest für den Samstag – fast nur Dauerregen, das kann ja heiter werden!

Ich staunte nicht schlecht, als uns die Sonne beim Start um 8.00 Uhr im Tacho schon fast entgegen strahlte. Tja, dann mal los, nutzen wir die Gunst der Stunde. Nach einem ersten Halt auf dem Parkplatz der Reichenbachfälle fuhren wir über den Sustenpass nach Andermatt zum Kaffee. Unsere Freude war riesig, wir konnten das erste Teilstück im trockenen fahren und es sah auch für den weiteren Weg nicht schlecht aus!

Ab dem Kaffeehalt ging die Reise via dem Oberalppass zum Lukmanier. Die Strassenbeläge der beiden Pässe sind sehr unterschiedlich, der Oberalp top, der Lukmanier mit seiner Betonpiste eher ein Flop. Nichts desto Trotz, die Landschaft ist einmalig schön und … wir fuhren immer noch im Trockenen.

Unseren Mittagshalt plante ich im Hotel La Campagnolla, Vairano, oberhalb des Lago Maggiore, noch auf der Schweizer Seite. Zum Mittagessen gab es entweder einen herrlichen Tessinerbraten oder ein Salatteller. Ich konnte sogar mit dem Wirt vereinbaren, dass  wir als Gäste über die Mittagspause auch den Pool nutzen könnten, aber so weit kam es dann nicht. Kurz nach dem wir ankamen kam der Regen und wir waren glücklich, unser feines Mittagessen auf der gedeckten Terrasse einnehmen zu können.

Als hätte es der Wettergott für uns gerichtet, liess der Regen beim Dessert wieder nach, so dass wir unsere Reise nach Italien wieder ohne die Regenbekleidung weiterfahren konnten. In Laveno bestiegen wir die Fähre, welche uns in ca. 20 Minuten auf die andere Seeseite nach Verania führte. Mit unseren 26 Motorrädern sorgten wir doch für ein grösseres Interesse, was uns natürlich sehr erfreute.

Unser letztes Teilstück in’s Hotel war mit ca. 50 km glücklicherweise nicht mehr all zu lange und die Ersten richtigen Regentropfen des Tages erwischten uns wirklich noch auf den letzten Metern vor dem Hotel.

Die Auswahl unseres Hotels war für einmal gar nicht so einfach. Die Grundidee sah eigentlich vor, dass ich auf der Schweizerseite des Lago Maggiore übernachten wollte. Doch die hier angebotenen Zimmerpreise waren mit dem Minimalangebot für Fr. 120.– für Übernachtung und Frühstück wesentlich zu hoch. Mit dem von mir in Italien ausgewähltem Hotel konnte ich einen Deal machen, bei dem die Teilnehmer Fr. 115.– bezahlten, aber zusätzlich zur Übernachtung mit Frühstück auch noch ein Nachtessen, die Fährkosten und ein Sandwich enthielten. Dies ein kleiner Einschub zum Thema „Hochpreisinsel Schweiz“, oder meine ausgedehnte Suche zahlte sich aus.

Unser Hotel L’Approdo in Pettenasco liegt direkt am Lago d’Orta und wird seinen 4-Sternen absolut gerecht. Die Zimmer wie die Verpflegung waren wirklich top und für mich als Organisator war es toll, dass ich die Absprachen in deutscher Sprache erledigen konnte.

Nach der Zimmerverteilung ging es nicht lange und ich konnte von meinem Balkon aus erkennen, dass wir wirklich wasserfeste Mitglieder im MC Thunersee haben. Trotz des doch massiven Regens gab es einige, die sich in den See wie auch in den Pool stürzten. Wie schön wäre es doch gewesen, wenn wir angenehm lauen Sommerabend erwischt hätten.

Wie immer genossen wir vor dem Nachtessen noch einen Apéro in der Bar und liessen den Tag so genüsslich ausklingen.

 

Sonntag, 26. August 2012

Nach einem sehr guten Frühstücksbuffet setzten wir unsere Reise am Sonntag morgen um 8.30 Uhr wieder fort. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite und die Sonne strahlte uns entgegen. Unser Weg führte uns zu erst wieder an den Lago Maggiore und von hier immer in nördlicher Richtung der Schweiz entgegen.

Wir staunen nicht schlecht, als wir wieder auf die Fährortschaft Verania zufuhren. Während es am Lago d’Orta – Luftlinie nur 5 km entfernt – in der Nacht nur ein normales Gewitter gegeben hat, muss hier ein richtiger Sturm gewütet haben. Die Bilder von umgestürzten und entwurzelten Bäumen waren echt schrecklich, hier zog ein riesiger Sturm über das Land.

Die Aufräumarbeiten wirkten sich natürlich auch auf den Strassenverkehr aus, so dass sich unser Zeitprogramm etwas verzögerte. Was soll’s, in Cannobina bogen wir links in das Val Cannobina ab und fuhren auf einer wunderbaren, kurvenreichen Strecke zu unserem Zielort für den Kaffeehalt, nach Malesco. Grundsätzlich ein sehr ruhiger Ort, aber ausgerechnet an unserem Sonntag gab es hier einen Grossauflauf an Menschen. Der Grund für diesen Menschenauflauf war ein Volkslauf, welcher genau auf dem Platz endete, wo ich doch die Motorräder stellen wollte. Tja, wir improvisierten und stellten die Zweiräder anderweitig hin. Improvisieren war auch im Restaurant angesagt. Obwohl wir angemeldet waren, waren die etwas überfordert und unsere Hilfe war gefragt. So setzte sich Patric Flückiger für einmal noch als Kellnergehilfe ein, er nahm die Bestellung auf und sammelte auch das Geld wieder ein. Dank seinem Spontaneinsatz wurde unser Aufenthalt nicht unnötig verzögert.

Unsere Reiseroute führte uns weiter via Domodossola zum Simplonpass. Das Wetter war traumhaft, aber im Wallis zog ein heftiger Wind durch das Tal. Doch wir trotzten jeder Windböe und kamen glücklich im Hotel Park in Fiesch zum Mittagessen an. Hier wartete die Familie Frei  bereits auf uns und wir genossen den Salat vom Buffet und die individuellen Fleischsorten ab dem Grill.

Gut gestärkt setzten wir an zu unserem letzten Stück in die Heimat. Unser Weg führte via des Grimselpasses wieder in den Kanton Bern. Da die Zeit schon etwas vorgerückt war, hatten wir fast unbegrenzt freie Fahrt und konnten unseren letzten Pass noch so richtig geniessen. In Innertkirchen machte ich mit meinem Anhang nochmals eine Pinkelpause, bevor wir auf direktem Weg nach Thierachern zum Abschiedstrunk in den Bären fuhren.

Wenn ich die Reise heute – eine Woche danach – betrachte, so bin ich immer noch absolut happy! Es klappte alles perfekt, wir kamen glücklicherweise ohne grosse Zwischenfälle durch und das Wetter war perfekt!

Mein mittlerweile fast grösstes Problem ist die Sache mit den Soziusfahrerinnen. Ich hätte nie gedacht, dass mir die Fahrer ausgehen könnten, welche sich wirklich auch mit Sozius gewohnt sind und diese auch mitnehmen wollen/können. Auf dieser Reise war es aber wirklich so, dass alle Soziusplätze genutzt wurden, ich hätte keine einzige zusätzliche Person mehr mitnehmen können.

Der Grossteil der Arbeit wird immer am Tourguide hängen bleiben, dies soll auch so sein. Nichts desto trotz bin ich auf Eure Hilfe angewiesen und möchte hier noch folgenden Personen danken:

 

  • Allen, die sich für diese Reise angemeldet haben! Für mich ist es toll, denn Eure Teilnahme bestätigt mir, dass kein Aufwand von meiner Seite her zu viel ist.
  • Patric Flückiger und Lisi Schmid für die Arbeit als Schlussfahrer wie als Aushilfskellner.
  • Marcel Bigler für den letzte Teil als Schlussfahrer
  • indirekt dem Wettergott, der Buchelis Wetter-Prognosen zunichte machte!!!

 

Es war eine wirklich tolle Reise mit genialen Teilnehmern, so macht es Spass!

 

Rolf Lehmann

 

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